Dirk-Uwe Becker - Seelentänze

Seelentänze

 

Dirk-Uwe Becker (Lyrik) - Leander Segebrecht (Fotografien)

 

Und wieder einmal hat der Photokünstler Leander Segebrecht einen Poeten gelockt und der Poet Dirk Becker (eigentlich: Dirk-Uwe Becker) meinen Künstler der Bilder gerufen, die Grenzen der Sprache und Bilder gegenseitig zu erkunden. Beide wagen es, Sprache, Wahrnehmung, Bild, Geschautes und Gefühltes zu erweitern, zu schmecken, lauschen, sinnlich erfahrbar in Worten, Symbolen und Zeitmomenten herauszuschöpfen für dich, der hörend den Tempel der Muse betreten will.
Die Fenster und Tore, die geöffnet werden, lassen andere in etwas hineinschauen, so dass Botschaften, Symbole, Bilder, Zeichen der eigenen Seele auftanzen können.

 

Träumende Früchte hängen an den Toren dieses Musentempels und wollen gepflückt werden, von dir, liebe Leserin im Leser, auch sinnlich nachgeschmeckt und gehört in ihrem Klang.


Das Buch liegt in deinen Händen, wagst du einzutreten? Wem begegnest du? - Sicher, vom eigenen Selbst her, lauscht hier ein Poet seinen Worten, um sie dann zu uns zu tragen. Doch wirst du, liebe Leserin im Leser, zu einer, die den Musen weiterfolgt, gewillt ist, in sich selbst hinein zu lauschen, über das Wortgewagte weit hinauszugehen? Spiegel sind da viele gehalten: ist der Photokünstler Leander Segebrecht ein Spiegel der Seelen-Tänzer, dann wird der Poet Dirk Becker ein Spiegel des eigenen und somit des Selbst im Leser, die ja immer Leserin ist - wenn sich da wirklich etwas berühren will - so fordert es das Musengesetz.


Gehst du nun wirklich hinein in diesen Tempel, dann wundere dich nicht, wie kraftvoll diese Wesen dir die Kleider vom Leibe reißen, um deine nackte Seele sprechen zu hören. Oder möchtest du lieber entschwinden nach ein paar Zeilen-Seelen-Bildern und einen Poeten der Nacht befehligen, der nur leise vorlesen soll aus diesem Buch, ohne wenig zu berühren? Den Worten kannst du ausweichen, indem du nicht liest, aber den Bildern nicht. Das liegt in der Natur der Sache, also werden die Bilder dich zu den Worten führen und diese dich an die Grenze der Sprache, die da Seele heißt und von dort aus fühlt.

 

Wirst du es wagen, den Tempel der Musen zu betreten, ist dir der Tanz der Seelen gewiss. Vielleicht ist auch deine eigene darunter, die mit dir den Walzer singen möchte. Wer kann das schon im voraus wissen?

 

Anneke Polenski, Berlin, 2002

Anneke Polenski ist selbst Autorin und lebt und arbeitet als Psychologin und
Psychotherapeutin in Berlin, wo sie die ‚Kreativ- und Schreibwerkstatt Berlin'
betreibt. Gebürtig ist sie aus Schleswig-Holstein. Wer mehr über Anneke Polenski
erfahren möchte: Im Internet ist sie unter http://www.flying-dolphin.de zu finden.